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Politischer Nachwuchs

Nicht nur alte weiße Männer können Politik machen. Zwei Studentinnen berichten über ihren Alltag zwischen Uni und Wahlkampf

Jasmin Becker (CDU): Als gebürtige Heidelbergerin und Tochter einer ortsansässigen Handwerkerfamilie habe ich mich schon immer dafür interessiert, was in unserer Stadt alles passiert.

Foto: privat

Im Gegensatz zur Bundes- oder Landespolitik, kann man bei der Kommunalwahl durch engagierten Einsatz einiges bewirken, was dann auch direkt umgesetzt werden kann. Vor fünf Jahren, also genau zur letzten Kommunalwahl, bin ich in die Junge Union und CDU Heidelberg eingetreten und habe mich seither sowohl in der Jugendorganisation, als auch in der Partei stark engagiert.
Ich bin inzwischen seit vier Jahren Mitglied im Bezirksbeirat Rohrbach und konnte dort viele wertvolle Erfahrungen im Bereich Kommunalpolitik sammeln. Letztes Jahr wurde ich dann von der Jungen Union Heidelberg zu ihrer Spitzenkandidatin für die Kommunalwahl gewählt und freue mich nun auf Liste 1 Platz 10 kandidieren zu können.
Die Erfahrungen, die ich bei meiner Arbeit im Bezirksbeirat Rohrbach gesammelt habe, würde ich ebenfalls gerne in den Gemeinderat einbringen, um die Lebensqualität der Menschen hier weiter aufzuwerten und dabei mitzuhelfen, unsere Stadt voranzubringen.
Wenn man das erste Mal für den Gemeinderat kandidiert, weiß man vorher nicht genau, was alles auf einen zukommt, und ehe man sich versieht, steckt man mittendrin. Es ist weniger Vorbereitung, aber umso mehr Engagement und eine geduldige Familie und ein ebenso nachsichtiger Freundeskreis notwendig. Ich bin vor allem zur Wahlkampfzeit viel unterwegs auf Veranstaltungen, Infoständen, oder mache Haustürwahlkampf.
In den nächsten Wochen bis zur Wahl nehme ich an verschiedenen politischen Veranstaltungen als Kandidatin teil, wie zum Beispiel dem Rohrbacher Stuhlkreis zur Gemeinderatswahl oder der Podiumsdiskussion des HSG „Studis für den Stadtrat“, um dort mit Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen.
Gerade zu Wahlkampfzeiten hat man auch mit Mitgliedern der anderen Parteien zu tun. Man sieht sich an Infoständen am Bismarckplatz, bei politischen Veranstaltungen oder Podiumsdisskussionen.

 

Rahel Liz Amler (Bündnis 90/Die Grünen): In meiner Schulzeit in Stuttgart wurde ich durch den Umgang der damaligen Landespolitik mit der Bevölkerung und Stuttgart 21 politisiert.

Foto: privat

Ich trat den Grünen bei und durfte mich für diese als jüngste Bezirksbeirätin Stuttgarts in meinem Heimatstadtteil für die Belange der Zukunft einsetzen. Parallel habe ich im Stuttgarter Rathaus für die dortige Grüne Fraktion gearbeitet und konnte einen anderen Blickwinkel auf die Kommunalpolitik mitnehmen. Nach meinem Umzug nach Heidelberg war ich auch hier innerparteilich weiterhin aktiv. Auch hier habe ich mich in verschiedenen Projekten, Ehrenämtern und der Hochschulpolitik engagiert. Auf unserer Mitgliederversammlung im Dezember wurde ich auf Platz 9 unserer Liste gewählt. Wir sind in diesem Jahr ein Team von jungen grünen Kandidierenden. Den Wahlkampf haben wir insgesamt als Kreisverband geplant, doch die Koordination läuft weiterhin zentral. Unterwegs sind wir ebenfalls mit der Unterstützung der Grünen Jugend für die Kommunal- sowie für die Europawahl.
Generell ist die Vorbereitung auf einen Kommunalwahlkampf vorab durch eine Menge von Organisation geprägt. Welche Formate möchte man nutzen? Wie viele Veranstaltungen möchte man machen?
Einen typischen Tagesablauf gibt es im Wahlkampf eigentlich nicht. Es gilt die Balance zwischen Unialltag, dem ‚normalen‘ Engagement, Durchatmen und dem Wahlkampf zu halten. Schließlich macht das Leben keine Pause, nur weil Wahlen auf uns zukommen. Morgens gibt es Stände, vormittags und mittags werden Uni und Orga geregelt, ab nachmittags jagen sich die Termine und ab halb zwölf denkt man mal ans Bett und schaut, wie schnell man es dorthin schafft. Im Kommunalwahlkampf versuche ich ein humanes Schlafpensum zu halten und umgebe mich mit klasse Menschen.
Als junge Frau in der Politik gilt es leider auch heute noch ordentlich Mut mitzubringen. Dabei helfen diese Menschen enorm, unterstützen und empowern. Es kann nicht sein, dass ein großer Anteil der Bevölkerung in der Politik nicht repräsentiert ist.

Am Sonntag, den 26. Mai finden in Heidelberg erneut Kommunalwahlen statt. Dabei werden alle fünf Jahre die Vertreter und Vertreterinnen des städtischen Gemeinderates neu gewählt. Der Gemeinderat entscheidet dann unter anderem über Beschlüsse die Gemeindeangelegenheiten betreffend und überwacht die Gemeindeverwaltung sowie die Arbeit des Bürgermeisters. Wahlberechtigt sind alle Bewohner, die über sechzehn Jahre alt sind. In den Listen der insgesamt dreizehn Parteien befinden sich auch Studierende der Universität Heidelberg. Doch wie genau kommt man als Studierender, der oftmals nicht nur mit Klausuren und Referaten überhäuft wird, sondern auch außerhalb der Universität seine Freizeit genießen möchte, gerade dazu, sich in der Politik des Gemeinderates in Heidelberg zu engagieren? Der ruprecht hat zwei Studierende interviewt, die für die Kommunalwahl kandidieren und berichtet über ihre Motivationen und Ziele. Wer bei der Wahl noch unentschlossen ist, welchem der Kandidaten er seine Stimme geben möchte, kann am 16. Mai um 19 Uhr an der Podiumsdiskussion aller studierenden Kandidaten im Billy Blues teilnehmen.

Von Alina Jacobs

 

 

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